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Athene noctua, so der lateinische Name des kleinen, rundlichen, etwa starengroßen Steinkauzes, begleitet den Menschen schon seit Jahrtausenden. Zahlreiche Aufzeichnungen
dokumentieren seine tiefe Verwurzelung in der menschlichen Kulturgeschichte. In der Antike galt er z.B. als Symbol der Weisheit. Im Mittelalter erhielt der Steinkauz
-vermutlich durch seine nächtlichen Rufaktivitäten- den Namen „Todes-“ oder „Unglücksvogel“, dem Verbindungen zum Teufel und zu Hexen nachgesagt wurden.
Was ist mit ihm geschehen?
Der Steinkauz war bis vor einigen Jahren relativ häufig in der Nähe von dörflichen junger Steinkauz vor einer
Siedlungen zu sehen und vor allem zu hören. Doch in letzter Zeit ist es ruhig um den künstlichen Nisthöhle
Steinkauz geworden, heute ist es schon eine „Besonderheit“, wenn man ihn hört. 
Durch großräumige Lebensraumzerstörungen, -vornehmlich Flurbereinigungen mit
einhergehender Intensivierung der Landwirtschaft- wurde es für den Steinkauz immer schwieriger, ein Zuhause zu finden, denn seine Bruthöhlen, meist in alten
Kopfbäumen (z.B. Weiden) gelegen, fielen diesen Maßnahmen häufig zum Opfer. Auch wurde es für den Steinkauz zunehmend schwieriger, in der ausgeräumten
Landschaft Nahrung zu finden. Der Steinkauz drohte in unserer Gegend vollends zu verschwinden.
Typische Steinkauzlandschaft Der Beginn des Steinkauzschutzprojektes
Um dies zu verhindern, begannen 1987 einige Mitglieder des NVS, sich intensiv um den Steinkauz zu kümmern und versuchten, seinem Rückgang durch gezielte Maßnahmen entgegenzuwirken.
Der Erfolg und der Arbeitseinsatz unserer „Eulenschutzgruppe“ die sich um Karl
-Heinz Stahlheber gruppiert, ist beachtlich. So wurden seit 1987 weit über 180 (!) Niströhren aufgehängt, die regelmäßig kontrolliert, gewartet und gereinigt werden.
Aber die Mühe hat sich gelohnt: Die Anzahl an Brutpaaren in den betreuten
Gebieten konnte von 1987 bis 2004 von 6 auf 34 (!) Paare gesteigert werden. Nach einem Höchststand von 40 ( 2008) wurden in 2009 erneut 34 Paare registriert.
Doch es reicht nicht aus, nur Röhren aufzuhängen, es müssen auch die
entsprechenden Habitatstrukturen vorhanden sein, damit sich der Steinkauz erfolgreich fortpflanzen kann. Er bevorzugt eine abwechslungsreiche, extensiv Karlheinz Stahlheber bei der genutzte Landschaft, in der er auf die Jagd gehen kann.
Seine Nahrung besteht u. a. Steinkauzröhrenkontrolle
aus Mäusen, Insekten und Regenwürmern. Traditionell
ist er in alten Streuobstwiesen mit hohlen Bäumen vertreten. Doch wo ist diese
kleinstrukturierte Landschaft bei uns noch zu finden? Der NVS verfolgt eine wichtige Strategie, die auch mithilft
, die Existenz des Steinkauzes nachhaltig zu sichern: Es werden gezielt Flächen aufgekauft, in denen nicht nur der Steinkauz Nahrung und Rückzugsgebiete findet. Diese Flächen werden in wichtige Lebensräume wie z.B.
Streuobstwiesen verwandelt. Der Tierwelt wird dadurch ein Stück Natur zurückgegeben und der Steinkauz kann in Zukunft auch wieder in natürlichen Höhlen brüten, nachdem er die Zeit der „Wohnungsnot“ in
künstlichen Nisthilfen erfolgreich überbrückt hat.
Die Steinkauzberingung
Um verschiedene Fragen zum Wanderungs-, Ansiedlungs- und Paarungsverhalten der Steinkäuze zu klären, werden diese seit dem Jahr 2000 beringt. Dadurch gelang es
schon nach kurzer Zeit, interessante Informationen zu diesen Fragen zu erhalten und zu dokumentieren. Auch in anderen Gebieten von Rheinland-Pfalz werden schon seit vielen
Jahren Steinkauzberingungen durchgeführt. So konnte im Jahr 1995 bei Schweighofen, (Kreis SÜW) ein Steinkauz-Weibchen kontrolliert werden, das 1993 im 86 km entfernten
Dolgesheim (Kreis Mainz-Bingen) als Jungvogel beringt wurde. Eine beachtliche Ent- beringtes Steinkauzküken
fernung für einen Steinkauz, der eigentlich als Standvogel gilt. Die Jungvögel versuchen sich nämlich in der Nähe der Altvogelreviere anzusiedeln, so dass solche Entfernungen eher die Ausnahme
sind, aber immer wieder vorkommen und so für „frisches Blut“ in den verschiedenen Steinkauz-Populationen sorgen.
Mitglieder der “Eulenschutzgruppe”
Die Eulenschutzgruppe besteht derzeit nur aus Karlheinz Stahlheber und Alfred Stock.
Gemeinsam betreuen sie ein Einzugsgebiet, das sich mit einer Ausdehnung von rund 33km (Nord-Süd) und 15km (Ost-West) über fast 500 Quadratkilometer erstreckt.
Eine rosige Zukunft für den Steinkauz?

Nach Höhepunkten im Brutpaarbestand (2008) und der Anzahl Jungvögel (2007) erleben wir derzeit einen Rückgang der Population, mit weniger erfolgreichen Brutpaaren und geringerer Anzahl Jungvögel je Brut.
Diese Entwicklung ist einerseits auf ungünstige Witterung zurückzuführen, andererseits gehen mit der Intensivierung von Mais- und Rapsanbau in der Landwirtschaft den Steinkäuzen wertvolle Nahrungsreviere
verloren. Wir hoffen aber, dass sich der Steinkauzbestand auch in den nächsten Jahren wieder positiv entwickeln wird und wir in Zusammenarbeit mit dem NABU dem Ziel eines landesweiten Steinkauzverbundes
ein Stück näher kommen. Auf dass der Steinkauz auch in Zukunft als lebendiges Beispiel einer schützenswerten Kulturlandschaft erhalten bleibt und noch viele Generationen für deren Schutz motiviert.
Fotos: David Heilig
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