Leitseite
Wer wir sind
Was wir tun
Ortsgruppen
Mitmachen?
Projekte
Aktuelles
Publikationen
Pressespiegel
Kontakte
 Rückblick:  2003

Hagenbach 1_WEBEntlang der Kreisstraße K19 von Langenberg nach Hagenbach, wurde im Jahr 2003 - wie schon in 2002 - wieder ein Amphibienschutzzaun angelegt. Er dient dem Schutz der Amphibien, die auf dem Weg aus ihren Winterquartieren im Bienwald zu ihren Laichplätzen im Naturschutzgebiet Ried-Ried die Straße überqueren müssen. In früheren Jahren waren hier vermutlich Hunderte von Tieren dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Durch den etwa 40cm hohen Amphibienzaun werden die Kröten, Frösche und Molche von der Straße ferngehalten un in den entlang des Zaunes eingegrabenen Eimern aufgefangen. In den täglichen Kontrollen werden die Tiere eingesammelt und über die Straße zu ihrem Laichgewässer im Naturschutzgebiet gebracht.

.Hagenbach 2_WEB
Im Jahr  2003 wurden die Amphibien infolge der langen Frostperiode und der fehlenden Feuchtigkeit - im ganzen Monat Februar fiel kein Tropfen Regen - erst mit dem Wetterumschwung zum Monatswechsel aktiv. Dann aber massiv: allein am 2. März wurden mehr als 500 Tiere in den 29 Eimern aufgefangen! Großeinsatz für den Naturschutzverband Südpfalz, der wie schon im Vorjahr die tägliche Kontrolle des Zaunes übernommen hat. An dem Projekt beteiligt sind außerdem das Forstamt Hagenbach, die Untere Landespflegebehörde, die Biotopbetreuung Rheinland-Pfalz, und die Hainbuchenschule Hagenbach.


Aufgrund der im Jahr 2002 gewonnenen Erfahrungen wurde der Amphibienzaun in diesem Jahr etwas nach Norden verlagert und schützt nun auch eine Strecke von etwa 100 Metern nördlich der Einmündung der Büchelberger Straße in die K19. Im Gegenzug wurde der Zaun am südlichen Ende, an dem kaum Tiere angefallen waren, um 150m gekürzt (leider stand kein zusätzliches Zaun- material zur Verfügung).

Die Funde jeden Tages wurden protokolliert und ausgewertet. Aufgrund der Ergebnisse der ersten Tage stand bereits fest, dass in diesm Jahr erheblich mehr Tiere unterwegs sind als im Vorjahr. Das Endergebnis ist dennoch überraschend: es wurden mehr als 200% mehr Tiere gezählt als im Jahr 2002 - nämlich genau 2588 Exemplare, darunter beinahe 800 (genau 796) Springfrösche - eine kleine Sensation. Diese Zahl bestätigt eindrucksvoll, dass dieser Standort eines der größten Vorkommen des Springfrosches (rana dalmatina) in ganz Deutschland ist.

Bemerkenswert ist, dass die Springfrösche im Wesentlichen an zwei Tagen unterwegs waren: am 2. und am 7. März wurde je mehr als 275 Springfrösche gezählt!.

Aus den Ergebnissen der einzelnen Eimer ist klar ersichtlich, wie notwendig die Ausweitung des Zaunes nach Norden über die Straßenkreuzung hinweg war: Im Teilabschnitt 1 (Eimer 1-8) wurden insgesamt 716 Tiere aufgefangen, das sind 28% der Gesamtanzahl. Im zweiten, nur 50m langen Abschnitt waren es 246 Tiere (9,5%). Insgesamt wurden also in der neu geschützten Strecke mehr Tiere gezählt als im Vorjahr insgesamt gerettet worden waren.

In dem nachfolgenden direkten Vergleich der Strecke, die in beiden Jahren von dem Zaun abgedeckt war, ist der deutliche Anstieg der Tiere auch optisch deutlich zu erkennen: insgesamt wurden in den gleichen 17 Eimern im Jahr 2003  gena 1626 Tiere aufgefangen, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Eine konkrete Erklärung für diesen Anstieg gibt es noch nicht - sicher sind mehrere Faktoren dafür ausschlaggebend. Es ist nicht davon auszugehen, dass dieser Anstieg schon als direkter Erfolg der Aktion 2002 anzusehen ist, denn der Jahrgang 2002 wird erst im kommenden Jahr geschlechtsreif. Es waren in diesem Jahr sogar auffalllend wenig Jungtiere unterwegs.



Für die Hainbuchenschule als Ökologische Schule ist das Amphibienprojekt Teil eines umfangreichen Kooperationsprogramms mit dem Forstamt Hagenbach. Dabei geht es um eine Reihe von praktischen Beiträgen zum Artenschutz und zur Umweltpädagogik. Am “Krötenzaun” halfen Schüler jeweils dienstags und donnerstags beim Einsammeln der Tiere. Sie erhielten dabei von Fachleuten des NVS aktuelle Informationen über die jeweils vorgefundenen Arten, deren Lebensweise und ihre Gefährdung.

Die Aktion ist für das Jahr 2003 abgeschlossen. Der Zaun wurde am 8.April 2003 außer Betrieb gesetzt und  wieder abgebaut.

[Leitseite] [Wer wir sind] [Was wir tun] [Ortsgruppen] [Mitmachen?] [Projekte] [Aktuelles] [Publikationen] [Pressespiegel] [Kontakte]