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Aktuell 2004

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag im Pressespiegel!

Ein neuer Lebensraum für selten gewordene Bienen- und Wespenarten in Niederhorbach

80 Meter lang und bis zu 3,50 Meter hoch ist die Lößsteilwand , die der Naturschutzverband Südpfalz e.V. (NVS) in unmittelbarer Nähe des Hirtenbaches bei Niederhorbach im Frühjahr 2004 auf verbandseigenem Gelände errichtete. Drei Tage dauerten die Baggerarbeiten an, bis diese neue Heimstatt für selten gewordene und teilweise stark gefährdete Tierarten fertig gestellt war.

Wildbienen, Grabwespen und nicht Staaten bildende Faltenwespen können in dieser nach Süden ausgerichteten Wand ihre bis zu 30 Zentimeter tiefen Löcher bohren, um darin ihre Nester für den Nachwuchs einzurichten. Die zum Hirtenbach hin geneigte Fläche vor der Steilwand wird mit der geplanten standorttypischen Vegetation zu einer weiteren Aufwertung des neu geschaffenen Lebensraumes beitragen.

Rolf Lambach, der Vorsitzende der Ortsgruppe Niederhorbach des NVS erinnert sich noch genau an die zahlreichen Hohlwege, die früher die südpfälzische Weinbergslandschaft durchzogen und deren sonnenbeschienene Lößwände wichtige Nestbiotope für zahlreiche Wildbienenarten und eine vielfältige spezifische Tierwelt waren. Sein schon seit vielen Jahren gehegter Wunsch, einen Ersatzlebensraum für die in Wohnungsnot geratenen wärmeliebenden Insekten zu schaffen, erfüllte sich jetzt mit diesem Projekt. Wenn es aus platzmäßigen und finanziellen Gründen auch nicht für einen „ganzen“ Hohlweg reichte, dürfen er und seine Mitstreiter vom NVS doch stolz sein auf diesen Sekundärlebensraum, dem auch von Fachbiologen Anerkennung gezollt wird. Von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz wurde die Durchführung des Vorhabens finanziell mitgetragen.

Wenn sich der zugehörige Pflanzenbewuchs eingestellt hat, bildet diese Steilwand neben ihrem ökologischen Wert auch ein positives landschaftsprägendes Element. Auch in pädagogischer Hinsicht könnte die Lößwand vorteilhaft sein. Denn wie ließe sich Naturkundeunterricht anschaulicher darstellen, als z.B. bei der Beobachtung, wie die Wespen Schmetterlingsraupen oder Käferlarven, die sie durch einen Stich gelähmt haben, um sie an der Flucht zu hindern, als Lebendproviant in ihre Kinderstuben eintragen?

Um aber auch anderen Insekten – darunter auch einige seltene Schmetterlinge – und wärmeliebenden Reptilien Unterschlupf zu bieten, wollen die Naturschützer am Fuße der Steilwand eine Trockenmauer errichten. Die hierfür dringend benötigten Sandsteine (ehemalige Wingertsteine, Abbruchsteine etc.) konnten leider noch nicht beschafft werden. Wer hierbei behilflich sein kann, wende sich bitte an

Rolf Lambach, Hauptstraße 64 in Niederhorbach,
Telefon: 06343-1564, E-Mail: r.lambach@gmx.de

 

Ausflug des Katholischen Kindergartens Göcklingen ins Kaiserbachtal

Zu der Wanderung vom 27. Mai 2004 schreiben uns die Kindergärtnerinnen:

“Umwelt und Naturschutz werden im Kath. Kindergarten Göcklingen schon längst gross geschrieben, denn es ist schon Tradition, dass jedes Jahr im Frühsommer eine Wanderung entlang des Kaiserbach-Bachlehrpfades stattfindet. Und immer wieder ist der NVS Naturschutzverband Südpfalz, vertreten durch Herrn Karl Lauth, mit von der Partie. Mit unermüdlicher Geduld belehrte, zeigte und erklärte er auch in diesem Jahr wieder Pflanzen, Tierarten, Vogelstimmenund vieles mehr, was zum Erhalt unserer Natur wichtig ist.

Den Abschluss dieser Wanderung bildete wieder ein Besuch des Naturkunde-Museums in Heuchelheim, das viel Aufschlussreiches und Sehenswertes beherbert und das von Herrn Albert Leonhard betreut wird.

 

Für die Kinder war dieser Tag wieder ein unvergessliches Erlebnis, und wir möchten uns bei Herrn Lauth und dem NVS von dieser Stelle aus für die Mühe ganz herzlich bedanken.

 

Die Kinder und
das Kindergarten-Team
des Kindergartens Göcklingen.”

 

Siehe hierzu auch den Beitrag im Pressespiegel.

Flussseeschwalbenprojekt Hagenbach erhält Umweltpreis 2003 des Bezirksverbands Pfalz

Am 17. Juni 2004 wurde im Kulturzentrum Hagenbach der Umweltpreis 2003 des Bezirksverbands Pfalz feierlich übergeben. Der mit 2000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Firma Silex-Normkies GmbH und den Naturschutzverband Südpfalz e.V. in Anerkennung der seit 15 Jahren bestehenden, beispielhaften Kooperation zwischen Industrie und Naturschutz zur Wiederansiedlung der Flussseeschwalbe (sterna hirundo). Auf künstlichen schwimmenden Inseln im Baggersee von Silex-Normkies brütet inzwischen wieder eine Kolonie von bis zu 46 Brutpaarendes dieser seltenen, im Binnenland nahezu ausgestorbenen Art.

Das nebenstehende Bild zeigt Gerd Kümmel, Vorsitzender des NVS (3.v.l.) und Jürgen Schwarz, Silex-Normkies (Mitte) bei der Preisverleihung.

Links im Bild Laudator Prof. Günter Preuß (Uni Landau) und der Bezirkstagsvorsitzende Joachim Stöckle (2.v.l)

(Rechts im Bild die Gewinner dreier weiterer Anerkennungspreise).

Siehe  hierzu auch die Projekinformation unter
Sterna hirundo,

 sowie die Beiträge
 Umweltpreis und
 Blickpunkt im
Pressespiegel

Erfolgreicher Arbeitseinsatz in Gleiszellen-Gleishorbach

Die Trocken-Stützmauern unserer Pflegefläche im ehemaligen Wingert (Naturschutzgebiet "Hardtrand-Lehnsberg" ) müssen zur Wahrung der Verkehrssicherheit erneuert werden.

In einem Arbeitseinsatz wurde die brüchige Mauer am Zufahrtsweg  abgetragen und anschließend fachmännisch wieder aufgebaut.

Wie man unzweifelhaft an der exakten Ausführung ersehen kann, waren mit unseren Mitgliedern echte Fachleute am Werk. Dem Team gilt hierfür ein großes Lob.

Die Besonderheit der Mauern sind ihr Material aus dem vor Ort anstehenden Kalksteinen und ihre fast natürliche Form, sie sind kaum bearbeitet.

Dadurch entstanden beim Aufbau wieder sehr viele Versteckmöglichkeiten und Nischen für Insekten, Reptilien und eventuell Vögel, die in Halbhöhlen brüten. Beim Zerlegen der Mauer wurde z.B. eine Blindschleiche Anguis fragilis entdeckt, außerdem kommen hier die Schling- oder Glattnatter Coronella austriaca (Foto) sowie Mauereidechsen Podarcis muralis vor. Leider wurde hier noch keine der seltenen Smaragdeidechsen Lacerta viridis nachgewiesen, obwohl der Lebensraum hier ideal wäre.

Viele Insketenarten finden hier Unterschlupf, Nistmöglichkeit und einen Sonnenplatz, wie zum Beispiel der Mauerfuchs Lasiommata megera, ein für Weinberge mit Trockenmauern typischer Schmetterling, (das Foto wurde an unserer Mauer gemacht!).

Als große Rarität wurden immer wieder die seltene Zaunammer beobachtet und verhört.

Hauptsächlich für diese Vogelart wurde seinerzeit durch die Initiative des inzwischen leider verstorbenen Dr. Groh das Naturschutzgebiet "Hardtrand" ausgewiesen.

 

Die Jahreshauptversammlung des Naturschutzverband Südpfalz  e.V. (NVS)

wurde am 10.02.04 in der Weinstube „Am Fürstweg“ in Heuchelheim-Klingen abgehalten. Mehr als 60 Mitglieder waren der form- und fristgerecht veröffentlichten Einladung gefolgt. Im Rahmen des Rechenschaftsberichtes des Verbandsvorsitzenden Gerd Kümmel wurden u.a. folgende Leistungen und Errungenschaften des Jahres 2003 besonders gewürdigt:

  • Als besonderen Erfolg des NVS hob Gerd Kümmel die Wiederherstellung des „Schwarzen Wehres“ am Fuchsbach auf den Hochstadter Queichwiesen hervor. Mit Unterstützung der Gemeinde Hochstadt, dem Wasser-und Bodenverband Niederhochstadt und weiteren tatkräftigen Helfern ist es den Naturschützern gelungen, ein dem Verfall preisgegebenes, zweihundertjähriges Kulturgut wieder originalgetreu aufzubauen.

    Das jetzt wieder funktionstüchtige Wehr wird künftig bei der für die Wiederansiedlung des Weißstorches erforderlichen Wiesenbewässerung eine bedeutsame Rolle spielen. Die Landrätin des Landkreises Südliche Weinstraße, Frau Theresia Riedmeier, ließ es sich bei der Einweihung am 1. August 2003 nicht nehmen, die Schliessfunktion des Wehres eigenhändig zu testen.
     
  • Neu geschaffene Feuchtgebiete in der Gemarkung von Oberotterbach auf 14.000 qm, von Freckenfeld auf 3.000 qm und von Ottersheim auf 12.000 qm. sind bedeutende Aktivposten in der Jahresbilanz 2003 des Verbandes. Sie sind ein weiterer Schritt in Richtung flächen deckende Biotopvernetzung, die sich der NVS u.a. zum Ziel gesetzt hat. Kümmel bedankte sich für die Unterstützung durch die „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz“ und den „Förderverein SÜW“ Diese Institutionen haben auch bei drei im Berichtsjahr erworbenen Grundstücken finanzielle Hilfe geleistet. Fünf weitere Flächen wurden voll aus eigenen Mitteln des Verbandes bzw. der erwerbenden Ortsgruppen bezahlt. Auf einigen der im Berichtsjahr gekauften Grundstücke werden Streuobstwiesen entstehen.
     
  • Die Eulenschutzgruppe des Verbandes, die 170 Steinkauznisthilfen in der Südpfalz betreut, konnte 47 ausgeflogene Jungtiere dieser stark bedrohten Art als außergewöhnlichen Erfolg verbuchen.
     
  • 16 naturkundliche Führungen im Frühling und Sommer des Jahres 2003 und weitere 16 Winterveranstaltungen hat der NVS im Jahre 2003 durchgeführt mit dem Ziel, bei immer mehr Menschen – vor allem auch Kindern und Jugendlichen – die Liebe zur Natur zu wecken. Der Vorsitzende bedankte sich bei den Referenten. Sein Dank galt aber auch den Aktivisten der jährlich durchzuführenden Pflege- und Betreuungsmaßnahmen, wie z.B.:
     
  • Vier Amphibienschutzzäune werden von Mitgliedern des Naturschutzverbandes Südpfalz in den Kreisen Germersheim und Südliche Weinstraße betreut. Weit über 5.000 Frösche, Kröten und Molche  konnten dadurch in wochenlanger Arbeit sicher über die Straßen ins Laichgewässer transportiert werden. An diesen Projekten sind regelmäßig auch Schulkinder mit ihren Lehrern beteiligt.
  • Die einzige Flussseeschwalbenkolonie in Rheinland-Pfalz auf künstlichen Inseln in einem Baggersee im Kreis Germersheim wird vom NVS betreut und macht jährliche Arbeitseinsätze erforderlich. Bei der „Aktion Pfalzstorch“, beim Fledermausschutz und im Arbeitskreis Wanderfalkenschutz hat der NVS im Jahr 2003 wieder aktiv mitgewirkt. Auch an der Errichtung eines Walderlebnispfades in Ottersheim ist er beteiligt.
  • Der Lebensraum einer bei Jockgrim noch vorkommenden Restpopulation der vom Aussterben bedrohten Gelbbauchunke wird von Mitgliedern des NVS gepflegt und stetig erweitert.

Dem Verband gehörten zum Jahresende 1670 Mitglieder an. In einer Trauerminute wurde des verstorbenen langjährigen Mitglieds Rudi Allgaier aus Landau gedacht.

Dem Schatzmeister Alfred Stock wurde von Kassenprüfer Norbert Rapp eine beanstandungsfreie Kassenführung bescheinigt. Bei den nachfolgenden Neuwahlen des Vorstands wurden die Vorstandsmitglieder Gerd Kümmel, Rolf Wambsganß und Alfred Stock erneut nominiert und einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. An die Stelle des aus eigenem Entschluß aus dem Vorstand ausscheidenden Schriftführers Herwart Bingemer tritt Manfred Winkler aus Jockgrim. Zu Kassenprüfern wurden Norbert Rapp und Dr. Rainer Tempel gewählt. Kümmel bedankte sich bei H. Bingemer für dessen jahrelange erfolgreiche Tätigkeit im Vorstand des NVS.

Mit einem Lichtbildervortrag des Vorsitzenden über die Aktivitäten des Naturschutzverbandes Südpfalz im zurückliegenden Jahr fand die Jahreshauptversammlung ihren Abschluss.

Umweltpreis der Stadt Landau
für Fledermaus-Schützer Heinz Wissing und Franz Grimm

Die Fledermaus-Schützer Heinz Wissing aus Ilbesheim und Franz Grimm aus Gleisweiler erhielten den Umweltpreis der Stadt Landau für 2003. Der Preis wurde beim Neujahrsempfang am 11. Januar 2004, 19 Uhr, in der Landauer Festhalle überreicht.
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Die beiden NVS Mitglieder erhielten  den Preis für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz. Seit 1976 ist Heinz Wissing als Fledermausschützer in der Region aktiv. Franz Grimm wurde vor 15 Jahren durch Wissing für den Fledermaus-Schutz gewonnen. Dieses Engagement war und ist ausschließlich ehrenamtlich.

 Oberbürgermeister Dr. Christof Wolff bei der Preisverleihung : bereits vor Jahren habe Wissing den Fledermausbestand in Landau erfasst. Anfang der 90er Jahre, als es um die Ausweisung des Ebenbergs als Naturschutzgebiet ging, habe Wissing wichtige Erkenntnisse zur Fledermauspopulation eingebracht.
Von Franz Grimm erhielt die Stadt laut Wolff unter anderem Informationen über eine ”Wochenstube” von Fledermäusen im Dach der Roten Kaserne. Beim Umbau des Gebäudes im Jahr 2001 habe man deshalb Rücksicht auf die Tiere nehmen können.  “Ohne diese vielfältigen Informationen zum Fledermausbestand wüsste die Stadt Landau so gut wie nichts über die gefährdeten Tiere.”

Der Umweltpreis der Stadt Landau wird seit 1984 verliehen. Als Preis wird ein von der Künstlerin Luise Unger entworfener Bronzeguss übergeben. Geld gibt es für die Preisträger nicht
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